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Hoteltransaktionen erreichen Talsohle

Im ersten Halbjahr 2023 wurden in Deutschland rund 369 Millionen Euro in Hotelimmobilien investiert. Das ist laut Colliers das niedrigste Ergebnis seit 2012.


In den Monaten April bis Juni wurden nur rund 128 Millionen Euro investiert. Der Hotelinvestmentmarkt folgt damit der Entwicklung im Gesamtmarkt, wie Colliers mitteilt. Der Anteil der Assetklasse Hotel am gesamten gewerblichen Investmentmarkt liegt, wie in den vergangenen Jahren, bei vier Prozent.


Das schwache Halbjahresergebnis kommt laut René Schappner, Head of Hotel bei Colliers, wenig überraschend. Denn sowohl Ende vergangenen Jahres als auch Anfang dieses Jahres sei wenig Produkt in den Markt gegeben worden, das im ersten Halbjahr zu Transaktionen hätte führen können. "Aufgrund des volatilen und unsicheren Marktumfelds, insbesondere hinsichtlich Zins- und Preisunsicherheit, haben viele Eigentümer ihre Verkaufspläne verschoben oder erst gar nicht initiiert."


Der Ankauf des Steigenberger Hotel de Saxe in Dresden mit 185 Zimmern durch den offenen Immobilienfonds Hausinvest der Commerz Real: Die Verkäuferin Aroundtown hatte das Objekt durch die Übernahme der TLG in 2020 übernommen. Das Hotel ist langfristig an die Deutsche Hospitality vermietet.


Der Verkauf des 120 Zimmer großen Steigenberger Grandhotels auf der Ostseeinsel Usedom an den offenen Immobilien-Publikumsfonds Immofonds 1 der Union Investment: Verkäufer und Pächter ist die Resort Hotel Kaiserbad GmbH & Co. KG. Der neu abgeschlossene Pachtvertrag hat eine Laufzeit von 20 Jahren. Das Hotel wird in den kommenden Jahren umfassend renoviert und um zehn Zimmer erweitert.


Die Veräußerung des Seehotels Fleesensee (156 Zimmer) inmitten der Mecklenburger Seenplatte an die Privathotels Dr. Lohbeck GmbH: Verkäufer war die Lloyd Fonds Am Alten Kalkwerk Fleesensee GmbH. Bis Juni diesen Jahres firmierte das Hotel unter der Marke „Tui Blue“.


Der Verkauf des Serviced Apartments Stayery in Bochum mit 90 Einheiten für 10,5 Mio. Euro an den Fonds Catella Wohnen Europa (CWE): Verkäuferin ist der Entwickler Kreer Development. Das Objekt soll bis Mitte 2024 fertiggestellt sein.


Der Trend zu risikoreicheren Investments in der Assetklasse Hotel setzt sich nach Angaben von Colliers fort. Im bisherigen Jahresverlauf entfielen 34 Prozent des Transaktionsvolumens auf Value-Add und opportunistische Transaktionen. Im gesamten Jahr 2022 lag der Anteil bei knapp 21 Prozent, 2021 betrug er rund 14 Prozent.


Schappner ordnet ein: „Hotelbetriebe liefern aktuell eine gute Performance. Die Auslastungen sind sehr gut und die gestiegenen Kosten konnten über höhere Zimmerpreise erfolgreich weitergereicht werden. Kurzum: Die wirtschaftliche Situation vieler Betreiber ist gut und ursprüngliche Befürchtungen, dass es auf Betreiberseite zu Verwerfungen kommen könnte, bewahrheiten sich nicht. Entsprechend sind viele Betreiber und Hotelmarken weiter auf Expansionskurs. Daraus ergeben sich für Investoren derzeit Chancen bei betreiberfreien Objekten oder Objekten mit auslaufenden Betreiberverträgen, da diese vor allem auf Grund der anhaltend positiven Entwicklung der Zimmerpreise besonders attraktiv sind."


Colliers beobachtet derzeit, dass wieder vermehrt Einzelobjekte aber auch Portfolios sowohl in Prozessen als auch off-market angeboten werden. Weitere seien derzeit in Vorbereitung, da sich die Preiskorrekturen dem Ende entgegen neigen und sich so die Planungssicherheit erhöht. Entsprechend rechnen die Immobilienexperten mit einer erhöhten Marktaktivität nach der Ferienzeit.


Ob die in der zweiten Jahreshälfte startenden Prozesse allerdings noch dieses Jahr abgeschlossen werden können, bleibe fraglich. Transaktionen würden nach wie vor länger als noch vor der Corona-Pandemie dauern. "Entsprechend rechnen wir nicht damit, dass die Marke von einer Milliarde Euro Transaktionsvolumen dieses Jahr geknackt wird. Der Ausblick für 2024 ist positiv. Dann ist davon auszugehen, dass wieder mehr Aktivität seitens der Core-Investoren besteht, sollten sich die Kaufpreise wie erwartet dann endgültig auf dem neuen Niveau gefestigt haben", fasst Schappner zusammen.


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Quelle: TopHotel

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